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Köhler und Waldschmiede im Vogelsberg
Sieht man sich die Karten des Vogelsbergs an, fallen immer wieder Namen auf, die auf ehemalige Eisengewinnung in der Region hinweisen. An vielen Orten muss einst nach Erz gegraben worden sein, viele „Rennfeuer“ müssen an Berghängen und Wasserläufen gebrannt haben, und an denselben Stellen oder anderen Schmiede das Eisen verarbeitet haben. So wird auf der von Johann Heinrich Haas im Jahr 1788 erstellten ältesten Karte des Hohen Vogelsbergs ein Bezirk unterhalb des Hoherodskopfs mit „Alte Eisen-Berg- Werker“ bezeichnet.

Mulden (Pingen) - Relikte von Erzgräberei in den Wäldern des Oberwaldes
Noch heute sind an der in der Haas'schen Karte eingetragenen Stelle Mulden (Pingen) als Relikte alter Erzgräberei zu entdecken - aber nicht nur dort: Sieht man sich in den Wäldern des Gebirges genauer um, können viele Teile als durchwühlt gelten. „Eisenkauten“ findet man u.a. in den Gemarkungen Alsfeld, Dirlammen, Eichelhain, Engelrod, Groß-Eichen, Herbstein, Herchen- hain, Ilbeshausen, Landenhausen, Lauterbach, Rixfeld, Schadges, Stockhausen, Wernges. Bei Angersbach, auch bei Ilsdorf, ist als Bezeichnung „Eisengrube“ eintragen, „Arzgrube“ nahe Dannenrod und Hopfmannsfeld und „Atzmus“ bei Ober-Sorg. Eine weitere Bezeichnung für alte Bergbautätigkeit ist in dem Begriff „Seife“ oder „Seifen“ zu sehen. Nach Grimms Deutschem Wörterbuch handelt es sich hierbei um ein bergmännisches Kunstwort mit der Bedeutung, nutzbare Edelgesteine in der oberen Rinde der Erdkugel suchen bzw. finden. „Eisenberge“ gibt es in den Gemarkungen Elpenrod, Frischborn, Lanzenhain, Nieder-Ohmen, Ohmes, Schellnhausen, Wallenrod, Willofs; hier dürften auch der „Eisernich“ bei Grebenhain und der „Atzmannstein“ nordöstlich von Stockhausen einzuordnen sein. Hinzu kommen an anderen Stellen "Erzgraben, Eisenwiesen und Eisenäcker“.
Auf Eisenverarbeitung deuten die Wortbestandteile „Schmiede“ oder „Schmitt“ hin. Als Flurbezeichnung sind sie sehr häufig, wie z.B. „Schmittberg, Schmitterberg, Schmittsacker, Schmittswiese, Schmidthecke, Schmittsgarten, Schmittborn, Schmittgraben, Schmitterwald, Schmittschneise, Schmitdhof, Schmittmühle“. In der Lanzenhainer Gemarkung fallen die Bezeichnungen „Hüttenäcker, Hüttenwiesen, Alte Schmelze“ auf, östlich von Helpershain trägt eine Flur den Namen „Am Schmelzofen“ und in der Nähe von Stockhausen ein Berg die Bezeichnung "Hüttenküppel". Im südlichen Vogelsberg sind die Bezeichnungen "Rennplatte und Luppenecke" zu finden. Frühen technischen Fortschritt zeigen Namen wie "Hammer, Eisenhammer, Klopfhammer, Hammergraben, Hammerwald und Hammerbühel" an.
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