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Köhler und Waldschmiede im Vogelsberg

Wer von den Wintersportlern im Vogelsberg kennt sie nicht, die Köhlerwaldloipe – doch wem ist so richtig bewusst geworden, dass hier einst Kohlenmeiler standen, Köhler in mühsamer Arbeit Holz verkohlten. Im Herbst, wenn das Laub gefallen ist, kann man oft einzelne Stadtorte der Meiler noch gut erkennen, und wenn man dort etwas im Boden kratzt, kommen bald Holzkohlereste zum Vorschein.
Hinter dem Geiselstein in Richtung Lanzenhain weisen Flurnamen wie Kohlhag, Großer und Kleiner Kohlstock auf Köhlerei hin, und auch dort sind noch ehemalige Meilerplätze genau zu lokalisieren. Man erkennt sie als ebene - kreisrunde oder ovale - Flächen im Wald, deren Ränder durch Erdanhäufungen begrenzt sind. Hat ein Sturm an solchen Stellen einen alten Baum gefällt und dessen Wurzeln aus dem Boden gerissen, kommen oft alte Holzkohlereste ans Tageslicht.

  

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Im Oberwald: Wurzelstock eines vom Sturm gefällten Baumes mit Holzkohleresten

  

Flurbezeichnungen, die auf Köhlerei hindeuten, findet man im ganzen Vogelsberg, zur Höhe hin allerdings etwas häufiger, wie z.B. Kohlen, Kohlwald, Kohlhain, Kohlkopf, Kohlberg, Kohlhaupt, Kohlstück, Kohlstock, Kohlhecke und Kohleichen – Kohlschneise und Kohlplattenschneise – Brandwald und Brandstätte – Gebrannter Wald, Gebrannter Kopf, Gebranntes Holz und Gebranntes Hölzchen.

  

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Die Parzellenbezeichnung Kohlhaupt erinnert an ehemalige Köhlerei

  

Köhlerplätze lagen oder liegen oft in der Nähe alter Schlacken- halden, andere auch in der Nähe der alten Höhenstraßen und wiederum andere ohne irgendeinen Bezug mitten in den Wäldern. Wann an einem Platz zum ersten Mal Holz verkohlt wurde, wie lange und wann zuletzt, ist in den meisten Fällen nicht mehr feststellbar. Nur von einigen wenigen Plätzen ist bekannt, dass dort noch Köhler in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts tätig waren.

Auch die Bezeichnung "Hauberg" deutet auf Köhlerei hin. Der dort meist angepflanzte "Eichen-Birken-Niederwald" mit einer Umtriebs- zeit von "nur" 15 bis 18 Jahren eignete sich bestens zur Gewinnung von Holz für die Köhlerei (und Lohe für das Gerberhandwerk). Erst gegen Ende des 19. und im frühen 20. Jahrhundert wurden die Gebiete der Hauberge in Hochwaldnutzung umgewidmet.

 


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