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Schlackenhalden An einer Geländestufe oberhalb des Magisterstegs am Gründel fallen dem aufmerksamen Beobachter mehrere Schlackenhalden auf. Sie beginnen am Waldrand und ziehen an der Hangkante fast 100 m in den Wald hinein. Rund 800 m³ Material dürfte hier lagern. Früher muss es noch mehr gewesen sein, denn es ist bekannt, dass Meicheser Teile davon zur Herstellung ihrer Kellerfußböden und Höfe abgefahren haben und andere Teile als Unterbau von Wirtschaftswegen genutzt wurden. - Das Material scheint sortiert. Die größte Halde enthält leichte Schlacken, die entsprechend der damaligen Schmelztechnik als ausgeschmolzen gelten können. Die Schlacken kleinerer Halden sind schwerer. Man hat sie wahrscheinlich für einen weiteren Schmelzgang aussortiert. Holzkohlereste sind fast überall eingestreut. Auch findet man gebrannte Lehmbestandteile, die wohl als Reste zerstörter Schmelzöfen angesehen werden können.

Bild: Schlackenreste am Hang
Rennöfen An der Hangkante des Gründel müssen mehrere Schmelzöfen gestanden haben. Man nennt sie Rennöfen. Es waren kleine aus Lehm gemauerte Öfen mit einem Innendurchmesser von unter 50 cm und einer Höhe von etwa einem Meter, wobei der untere Teil in den Boden eingelassen war. In diesem unteren Teil wurde ein Holzkohlefeuer angezündet, der Ofen dann von oben im Wechsel mit einem Teil eisenerzhaltigem Gestein und zehn Teilen Holzkohle aufgefüllt. Damit das Feuer nicht erlosch und auch genügend Hitze erreicht werden konnte, waren knapp über dem Boden in der Ofenwand „Windlöcher“ angebracht. Um die Windkraft (den Aufwind) optimal nutzen zu können, errichtete man die frühen Öfen an Hangkanten. Später erfolgte die Luftzufuhr mit Menschenkraft über Blasebalge und noch später zog man an die Ufer der Bäche, um die Blasebalge mit Hilfe von Wasserkraft über Wasserräder zu bedienen. Die in Rennöfen erreichte Hitze von 700 bis 800° C reichte aus für eine Feststoffreduktion, eine Reduktion des Eisenerzes zu Eisen. Nicht das Eisen wurde flüssig, sondern die Schlacke. War dies geschehen, stach man den Ofen an und ließ die flüssige Schlacke herausrinnen (daher der Name Rennofen). War der Ofen abgekühlt, zerschlug man den Lehmmantel und holte das Roheisen heraus. Dieses schwammige Eisen, die Luppe, musste noch mehrmals erhitzt und geschmiedet werden, um restliche Verunreinigungen „herauszupressen“. Selten wurde der Ofen für einen weiteren Schmelzvorgang repariert, meist aber abgerissen und wieder neu aufgebaut. Nur so lässt sich die lange Reihe der Schlackenhalden an der Bergkante erklären.
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