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Der Schellnhäuser Eisenhammer
Aus dem Jahr 1842 liegt ein Bericht über die Tätigkeit im Schellnhäuser Hammerwerk vor: Das Werksgebäude war mit Eisenziegeln gedeckt. In ihm standen zwei Hämmer, eine großer mit einem Gewicht von 100 kg und ein kleiner, welcher 50 kg wog. Angetrieben wurden sie durch Wasserkraft. Mit dem schweren Hammer stellte man überwiegend Pflugscharen und Wagenreifen her. Hierzu waren drei Arbeiter eingeteilt, von denen immer einer im Wechsel sechs Stunden Ruhepause hatte. Am kleinen Hammer waren zwei Arbeiter tätig. Auch sie wechselten sich alle sechs Stunden ab. Geschmiedet wurde dünnes Stabeisen.

Bild: Außer dem kleinen Wasserfall ist heute vom "Hammer" nichts mehr zu sehen.
Das zu verarbeitende Rohmaterial bestand aus schweren „Eisenluppen“, geliefert vom Buderuswerk Heuchelheim. Doch auch Alteisen verarbeitete man. Es wurde zuerst zu Klumpen zusammengehauen, anschließend im Feuer geglüht und dann unter dem Hammer verdichtet. Die Schmiedefeuer brannten ab Mitternacht am Sonntag bis Mitternacht am Samstag, also durchgehend volle sechs Tage. Die hierfür benötigten riesigen Mengen an Holzkohle stellten Köhler in den Wäldern um Ober-Gleen aus Buchenholz her. Den Transport der fertigen Kohle zu den Lagerschuppen in Schellnhausen hatten Bauern aus der Umgebung übernommen, die mit ihren Gespannen ununterbrochen unterwegs waren.
Quelle: Erich Dietz, Der Eisenhammer von Schellnhausen..., in Heimat im Bild, 32. Woche 1994
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