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Die Hammerschläge waren Tag und Nacht im ganzen Feldatal zu hören - und darüber hinaus bis Ober-Gleen.

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Nagelschmiede in Groß-Felda

Groß-Felda war im Vogelsberg der Ort der Nagelschmiede. Täglich sollen etwa 25.000 Nägel den Ort verlassen haben. Hergestellt wurden sie meist im Nebenberuf, d. h. Bauern, Maurer, Tagelöhner, Zimmerleute und andere fertigten die Nägel, wenn es in ihrem Beruf keine Arbeit gab, etwa bei schlechtem Wetter und in den Wintermonaten oder wenn sonst etwas Zeit erübrigt werden konnte. Nur wenige Nagelschmiede arbeiteten das ganze Jahr über in ihrer meist kleinen Schmiede. Fast immer waren es Ein-Mann-Betriebe, manchmal halfen Personen aus dem Familienverband. Ein 15-Stunden-Tag war keine Seltenheit, sollten doch als Tagespensum 1.000 bis 1.500 Nägel gefertigt werden. Das Rohmaterial, die dünnen Eisenstäbe, bezog man früher vom Eisenhammer in Schellnhausen, die Holzkohle für das Schmiedefeuer von den „herrschaftlichen“ Köhlern im Wald. Nachdem der Eisenhammer stillgelegt war und infolgedessen auch die Köhler ihre Arbeit einstellten, lieferte der heimische Handel die benötigten Drahtrollen und die Holzkohle. Noch in der Zeit kurz vor dem ersten Weltkrieg übten in Groß-Felda etwa 30 Nagelschmiede ihr Handwerk aus.

  

Waren die Nägel hergestellt, mussten sie verkauft werden. Bepackt mit einem bis zu 40 kg schweren „Ranzen oder Zwerchsack“ - oder eine vollbeladenen Karre schiebend – zogen die Feldaer zu den Schustern und sonstigen Abnehmern von Dorf zu Dorf, oft bis nach Nidda und Friedberg. Dabei war der Verdienst äußerst gering, erhielt man doch um das Jahr 1900 für 1.000 einfache Schuhnägel nur 1,50 und für 1.000 Absatznägel nur 3,00 Mark – wovon alle entstandenen Kosten, etwa für die Eisen- und Kohlebeschaffung, bestritten werden mussten.

 


Quelle: Otto Schneider in "Heimatbuch Feldatal", Feldatal 1981

 

 

 

 

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