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Die Hammerschläge waren Tag und Nacht im ganzen Feldatal zu hören - und darüber hinaus bis Ober-Gleen.

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Der Schellnhäuser Eisenhammer

Im Tal zwischen den Feldataler Ortsteilen Ermenrod und Schellnhausen liegt die „Herrenmühle“. Früher wurde das Anwesen auch „Schmitthof“ genannt, was auf Eisenverarbeitung schließen lässt. Im Jahr 1482 wird es erstmals urkundlich erwähnt. Um das Jahr 1800 wurde das Anwesen in zwei selbständige Einheiten getrennt: Hof und Mühle. Der Wasserzufluss kommt noch heute über einen Mühlgraben von der Felda. Jenseits der Mühle fließt das Wasser im so genannten „Hammergraben“ weiter nach Schellnhausen, knickt dort über einen kleinen Wasserfall zur „Hohlmühle“ ab und wird kurz hinter dieser wieder in die Felda geleitet.

  

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Bild: Herrenhof und Herrenmühle

  

Etwa 40 Jahre nach der Erwähnung der Herrenmühle wird Schellnhausen als Wüstung bezeichnet. Landgraf Philipp von Hessen gab sie damals einem Peter Bücking zum Erblehen, der dort eine Waldschmiede zu errichten begann. Im Jahr 1592 erscheint dann „Urban, der Waldschmied" in den Verzeichnissen. Wenige Jahre später (1609) geht der Besitz auf Landgraf Ernst Ludwig über. Er lässt dort von Waldecker Hüttenleute zwei Hochöfen mit Hammerwerk erbauen. Später arbeiten auch wallonische Eisenschmelzer vor Ort und in den Jahren vor dem 30jährigen Krieg stellte der Hüttenfachmann Antonius Zeller aus dem Frankenland nach einem eigenem Verfahren „Zementstahl“ her.

  

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Bild: Teilansicht Schellnhausen

  

Während des 30jährigen Krieges wurde die Anlage vollkommen zerstört. Erst im Jahre 1670 begann man mit einem Neubau. Es entstand allerdings nur ein Eisenhammer; das Rohmaterial, das Eisen, wurde von außerhalb bezogen. Im Jahr 1779 verpachtete der Landgraf den „Schellnhäuser Hammer“ an Johann Wilhelm Buderus. Gleichzeitig erhielt Buderus damit das Monopol für den Eisenverkauf in den Hessischen Ämtern Grünberg, Schotten, Ulrichstein, Burg-Gemünden und Grebenau. Außerdem durfte nur er in diesen Ämtern nach Erz zu schürfen. Der Schellnhäuser Betrieb wurde 1824 von Buderus käuflich erworben. Er sollte aber nur noch knapp 50 Jahre bestehen bleiben, denn im Jahr 1872 wurde die Eisenverarbeitung in Schellnhausen komplett eingestellt.

 


Quelle: Gemeindevorstand, Heimatbuch Feldatal, Feldatal 1981

 

 

 

 

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